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10 September 2017 | MÜNSTER, DEUTSCHLAND

Andrea Riccardi: “Der maßlose Gigant der Globalisierung braucht eine Seele”

 
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"Der maßlose Gigant der Globalisierung braucht eine Seele", sagte zum Auftakt des Internationalen Treffens in Münster Andrea Riccardi, der Gründer der Gemeinschaft Sant´Egidio.  Oft jedoch "haben die Religionen nicht wahrgenommen, dass die Globalisierung auch ein Abenteuer des Geistes und des Glaubens ist". Vielmehr jedoch wurde Angst verbreitet, und die Völker "fragen nach Sicherheit und finden sie in der lautstarken Rhetorik des Konflikts oder in kriegerischen Führern. Einen Feind zu identifizieren gibt Sicherheit. Angesichts der Furcht vor dem Anderen werden neue Mauern errichtet. Vor diesem Widerspruch stehen wir heute: vor einer vereinten und doch so gespaltenen Welt - Spaltung als Reaktion auf Einigung." Es ist jedoch nötig, eine "spirituelle Einigung" zu vollziehen. Im Laufe dieses Weges, der im Geist von Assisi seinen Anfang nahm, hat die Gemeinschaft Sant´Egidio die Verantwortung übernommen, "den Dialog zwischen den Religionen fortzusetzen, ohne Macht in Händen zu haben, doch mit Hartnäckigkeit um den Kontakt zu niemandem zu verlieren. Auch mit Freunden, mit denen wir uns ein Wiedersehen wünschen: Mit den Bischöfen von Aleppo Mar Gregorios Ibrahim und Paul Yazigi, die vor vier Jahren vielleicht während einer Friedensmission entführt wurden.
 
Für Riccardi ist der Dialog "ein grundlegender Bestandteil vieler Religionen". So bleiben sie "in Berührung mit dem Boden, bei den Häusern: bei der Synagoge, der Kirche, der Moschee, dem Tempel und anderen heiligen Orten. Wenn man ein Volk demütigen will, werden deshalb die Frauen vergewaltigt und die heiligen Orte zerstört". Die Religionen haben "gemeinsame Vision vom Schicksal der Menschheit und erinnern daran, dass es keine sichere Zukunft für die Einen gibt, wenn sie die Anderen vernachlässigen, für die Reichen mitten unter vielen Armen. Diejenigen, die Hass säen, haben die Nützlichkeit der Religionen verstanden und sie benutzt, um die Kultur des Feindes und den Terrorismus zu nähren. Die terroristischen Ideologien sind ein schrecklicher Mechanismus in den Händen von Gewalttätern, die viel Böses anrichten können, doch sie werden niemals siegen." Denn für die Religionen sind "Gewalt und Krieg nicht heilig. Allein der Friede ist heilig. Um ihn zu verwirklichen, muss jeden Tag die Arbeit getan werden, Wege zu eröffnen und alle Menschen in einem Netz des Dialogs und der Zusammenarbeit zu verbinden, nie sie zu isolieren." Die spirituellen Strömungen verändern die Geschichte und ein zu verfolgender Weg des Friedens ist "die Zusammenarbeit im Kampf gegen die Armut".

Die vollständige Rede


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