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29 September 2011

Würzburg-Hilfe kommt in Kenia an

Auf beachtliche Resonanz ist unsere Berichterstattung über die Hilfsarbeit der Würzburger Gemeinschaft Sant' Egidio in den Dürregebieten Kenias gestoßen. „Die Spendenbereitschaft in Unterfranken ist beeindruckend“, freut sich Dieter Wenderlein. Er hält sich seit einer guten Woche wieder in Ostafrika auf, um vor Ort die Hilfe zu koordinieren und weiter zu planen.

 
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Auf beachtliche Resonanz ist unsere Berichterstattung über die Hilfsarbeit der Würzburger Gemeinschaft Sant' Egidio in den Dürregebieten Kenias gestoßen. „Die Spendenbereitschaft in Unterfranken ist beeindruckend“, freut sich Dieter Wenderlein. Er hält sich seit einer guten Woche wieder in Ostafrika auf, um vor Ort die Hilfe zu koordinieren und weiter zu planen.

Ein Großteil der Aktivitäten sei erst durch die eingangenen Spenden möglich geworden, schreibt er aus Kenia. So konnten in mehreren Gegenden Lebensmittel verteilt werden – Mais, Bohnen, Reis, Speiseöl. Nachdem in den letzten Jahren die Regenzeiten in den betroffenen Gebieten Nordkenias weitgehend ausgefallen sind, wartet die Bevölkerung jetzt sehnsüchtig auf die Regenzeit im Oktober und November: Doch, berichtet Wenderlein, „selbst wenn es diesmal ausreichend regnen sollte, sind die Menschen für weitere Monate bis mindestens zur nächsten Ernte Anfang 2012 auf Hilfen angewiesen.“

Sollte auch diese Regenzeit wieder ausfallen, werde sich die Situation weiter verschlimmern. Erschwert wird sie durch eine derzeit fast 17-prozentige Inflation. Die Lebensmittelpreise steigen weiter, bedingt durch die ausgefallenen Ernten und den hohen Ölpreis.

Im Folgenden schildert Dieter Wenderlein seinen Eindrücke aus den Gebieten, in denen Sant' Egidio derzeit den Menschen hilft:

East Pokot

Der Distrikt East Pokot, rund 300 Kilometer nördlich von Nairobi, ist eine der ärmsten Gegenden Kenias. Das Land ist vulkanisch und trocken. Auch in normalen Zeiten kann man wenig erwirtschaften, doch durch diese schreckliche Dürre ist das Land völlig ausgetrocknet und die Menschen hungern. In verstreuten Hütten leben rund 130 000 Menschen in extremer Armut. Seit Juli wurden über Ausgabestellen der örtlichen Pfarreien drei Verteilungen von Lebensmitteln durchgeführt. Jeweils über neun Tonnen Mais, Bohnen und andere Nahrungsmittel sowie Kinderkleidung haben Mitglieder von Sant'Egidio ausgegeben.

Viele Menschen kamen zu Fuß und standen in langen Schlangen vor den Kirchen, wo die Güter an rund eintausend Familien verteilt wurden. Ein Sack Mais deckt für mehrere Tage den Bedarf einer Familie. Auch Kleidung hat Sant'Egidio verteilt. In Tangulbei wurden die Hilfsgüter in sehr abgelegene Ortschaften gebracht, in denen mehr Nomaden als Hirten leben. Obwohl der Notstand nunmehr schon mehrere Monate andauert, hatten die Menschen dort noch keine Hilfen bekommen.

Mitte September wurde in Samburu in Nordkenia, nicht weit von der Grenze zu Äthiopien, eine erste Hilfslieferung von rund elf Tonnen Lebensmittel und sauberes Trinkwasser für Kinder verteilt. Die Hilfsaktionen wurden von den kenianischen Gemeinschaften von Sant'Egidio und den Missionen der Consolata-Väter in der Region durchgeführt.

Das Vertrocknen der Wasserquellen hat vielen Menschen in der Region jegliche Lebensgrundlage genommen. In den mit notdürftigem Material errichteten Hütten leben Familien mit bis zu zehn Personen. Die Armut wird durch ein zerbrechliches ethnisches Gleichgewicht vergrößert, da es zu ständigen Kämpfen zwischen den Stämmen der Samburu und der Turkana um die wenigen Lebensgrundlagen kommt.

Danach wurde die Hilfslieferung auch weiter im Norden am Ostufer des Turkana-Sees fortgesetzt: In einer wüstenartigen Umgebung, bestehend aus Steinen mit sehr wenigen Bäumen, leben etwa achttausend Menschen in kleinen und sehr armen Hüttenansiedlungen. In den vergangenen vier Jahren hat es nur zweimal für sehr kurze Zeit geregnet.

Tharaka

In der Gegend von Tharaka hat die Gemeinschaft Sant' Egidio seit 2006 drei Tageskliniken für Menschen mit HIV/Aids in örtlichen Missionskrankenhäusern aufgebaut. Tharaka ist immer wieder von Dürren betroffen. Hier hat es seit zwei Jahren nicht mehr richtig geregnet. Landwirtschaft ist derzeit nicht möglich, und die Kühe und Ziegen finden nur mehr Reste von vertrocknetem Gras und trockene Büsche. In Tharaka leben knapp 140 000 Menschen.

Die Aids-Zentren von Sant'Egidio geben täglich Nahrungsmittelhilfen an die notleidende Bevölkerung aus, gleich ob HIV-positiv oder negativ. Seit Monaten erhalten 900 Familien monatlich Lebensmittel, um den Grundbedarf zu sichern.

Auch die Familie, über die wir jüngst berichteten, hat Dieter Wenderlein diesmal erneut besucht. Eltern, Großmutter und Kinder seien allesamt unterernährt und schwer von der Dürre betroffen. An Landwirtschaft ist nicht mehr zu denken. Für die behinderte ältere Tochter habe Sant' Egidio mittlerweile eine Behinderteneinrichtung gefunden, in der sie gefördert werden kann. „Doch dies ist ziemlich kompliziert und teuer.“ Beim Besuch in der Familie wurden Wenderlein und die anderen Mitarbeiter von Sant' Egidio vom Vater zum Essen eingeladen – sobald es wieder geregnet hat und eine Ernte möglich ist.

Sant' Egidio hofft auf weitere Spenden:

Gemeinschaft Sant'Egidio, Konto-Nr. 30 299 99, LIGA-Bank, BLZ 750 903 00, Stichwort „Kenia“


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