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Unterstützung der Gemeinschaft

  
16 Dezember 2015 | ROM, ITALIEN

Heute wurden die ersten humanitären Korridore eröffnet: das Leben von Flüchtlingskindern, -frauen und bedürftigen Personen soll gerettet werden

Gemeinschaft Sant'Egidio, Union der Evangelischen Kirchen in Italien und Waldensertisch vereint bei einem ökumenischen Projekt zum Jubiläum der Barmherzigkeit, das Gastfreundschaft und Sicherheit miteinander verbindet

 
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"Dieses Projekt ist wie ein Friedensabkommen, denn dadurch werden Menschenleben gerettet." Der Präsident der Gemeinschaft Sant'Egidio, Marco Impagliazzo, kommentierte die Einrichtung der ersten humanitären Korridore für Flüchtlinge nach Italien. 

Das geschieht absolut zum ersten Mal für unser Land: "Auf diese Weise kann jemand, der ein Recht darauf hat, in unser Land kommen und dabei die sogenannten Todesreisen vermeiden." Durch die Unterzeichnung eines Abkommens zwischen der Gemeinschaft Sant'Egidio, der Union der Evangelischen Kirchen in Italien, dem Waldensertisch einerseits und dem Außenministerium und dem Innenministerium andererseits wird das Projekt eröffnet, durch das zunächst eintausend Flüchtlinge - die sich aktuell in Marokko, im Libanon und in Äthiopien befinden - mit Visa, die aus "humanitären Gründen ausgestellt werden", in unser Land kommen. Die Kosten tragen die beteiligten Träger. Impagliazzo betonte, dass ohne finanzielle Unterstützung des Staates auch noch ein Vorteil für die Sicherheit erzielt wird: "Sie wird höher sein als bei den Ankünften mit den Booten, denn die Kontrollen werden sehr genau durchgeführt und auch die digitalen Fingerabdrücke genommen."

Das Projekt der "humanitären Korridore" wird in einer Pressekonferenz bei der Gemeinschaft Sant'Egidio vorgestellt. Dadurch sollen "bedürftige" Flüchtlinge nach Italien einreisen können, alleinstehende Frauen mit Kindern, potentielle Opfer des Menschenhandels, alte Menschen, Menschen mit Behinderung oder ernsthaften Krankheiten und von der UNHCR anerkannte Flüchtlinge. Diese "gute Praxis" könnte ein auch auf andere europäische Länder übertragbares Modell darstellen. Das glauben die drei Unterzeichner des Abkommens. Der Präsident von Sant'Egidio fügte hinzu, dass auf diesem Weg auch die Möglichkeit ausprobiert wird, ins italienische Recht das System des Sponsoring wieder aufzunehmen; das könnte dann auf Europa übertragen werden, wie das schon auf anderen Kontinenten möglich ist. Es geht um die Einladung einer (Vereinigung oder Einzelperson), die als "Garant" zur Verfügung steht und dem Fremden Unterkunft und Unterhalt gewährleistet, sodass auch viele Familienzusammenführungen möglich werden.
Es werden nun Büros in Marokko, im Libanon und später in Äthiopien für Flüchtlinge aus Syrien, Äthiopien und anderen subsaharianischen Ländern eingerichtet. Es werden Listen mit "bedürftigen" Personen zusammengestellt, die den Behörden der italienischen Konsulate übergeben werden, um dann Visa "für ein begrenztes Territorium" (also allein für Italien) auszustellen.

Die Reisekosten (Flug oder Schiff), Unterbringung und Rechtsbeistand werden von den beteiligten Vereinigungen getragen, überwiegend durch die Kirchensteuer für den Waldensertisch und durch Mittel der Gemeinschaft Sant'Egidio, die auch durch eine weltweite Weihnachtskollekte in diesem Jahr gesammelt werden. Wenn die Flüchtlinge in Italien ankommen, wird ihnen auch ein Integrationsprogramm angeboten mit Sprachkursen, Arbeitsvermittlung und Unterstützung beim Schulbesuch für die Minderjährigen.
Impagliazzo kommentierte dazu: "Bisher sind es tausend Personen, wir hoffen, dass in Zukunft mehr dazukommen, um sie endlich vor Todesgefahren auf dem Meer zu bewahren, aber auch vor finanzieller Ausbeutung durch den Menschenhandel.

Es ist sehr wichtig, dieses ökumenische Projekt mit den evangelischen Gemeinden in Italien zustande gebracht zu haben, wie auch dass es am Beginn des Jubiläums der Barmherzigkeit beginnt."
Der Präsident der Union der Evangelischen Kirchen in Italien, Luca Maria Negro, äußerte seine Zufriedenheit über das Projekt, da "es nicht möglich sein kann, dass heute in Italien immer noch kein Platz für eine Mutter gibt, die vor der Geburt steht" wie die Mutter Jesu in Nazaret. Er hob hervor, dass die Ausländer in Italien "nicht nur eine Frage der Gastfreundschaft sind, sondern unser Land auch in wirtschaftlicher Hinsicht bereichert, wie auch das Rentensystem".
Der Moderator des Waldensertischs, Eugenio Bernadini, erzählte, dass alles mit der Anwesenheit der evangelischen Kirchen, von Sant'Egidio und anderen Vereinigungen auf Lampedusa begann, wo sie laut sagten: "Schluss damit", dass Menschen ertrinken, und auch mit der über einjährigen Suche nach alternativen Lösungen: "Heute werden endlich die humanitären Korridore eröffnet." Er erklärte auch, dass aktuell eine Million Euro für die Projektkosten zur Verfügung stehen und dass weitere Spenden zu erwarten sind. Die Flüchtlinge werden in Piemont, Sizilien, der Toskana und Rom aufgenommen, wo die Gemeinschaft Sant'Egidio auch ihr Netzwerk von Schulen für italienische Sprache und Kultur auch mit ihren kulturellen Kursen zur Verfügung stellt, um die ankommenden Menschen zu integrieren. Weitere Vereinigungen, wie die "Gemeinschaft Papst Johannes XXIII.", die in den Flüchtlingslagern an der syrischen Grenze im Libanon tätig ist, werden das Projekt unterstützen. Bei der Pressekonferenz war auch der Imam der Mosche Magliana Salem anwesend, der sich für die Integration von Ausländern am Stadtrand von Rom engagiert.

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