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16 April 2013 | ROM, ITALIEN

Die Schönheit der Integration - das traditionelle Sikhfest Vaisakhi auf den Straßen der Hauptstadt

"Wir kommen aus verschiedenen Ländern und Religionen, wir leben in Italien und fühlen uns verantwortlich für dieses Land: Italiener und Immigranten vereint"

 
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Vaisakhi ist ein volkstümliches und im Norden des indischen Subkontinents überall auch von Hindus und Buddhisten gefeiertes Fest. Es erinnert an die Entstehung der Religion und gehört zu den fünf wichtigsten Festen der Sikhs. Es fällt auf Mitte April und ist nach dem alten Festkalender des Frühlings ein Dankfest für die Ernte.
Die Sihkreligion ist monotheistisch und entstand im 15. Jahrhundert in Indien. Das Wort Sikh stammt aus dem Sanskrit und bedeutet "Jünger". Vaisakhi erinnert auch an die Khalsa Panth, einer Bruderschaft von reinen Jüngern mit rigoroser Observanz der Religionsprinzipien, die 1699 vom Guru Gobind Singh gegründet wurde.

IIn Italien leben ca. 80.000 Sikhs aus Indien, es ist nach Großbritannien die zweitgrößte Gemeinde dieser Religion in einem europäischen Land. Sie ist eine sehr fleißige Gemeinde und wegen ihrer landwirtschaftlichen Arbeit in der Tierzucht bekannt.
In den vergangenen Jahren ist die Gemeinde gewachsen, viele sind schon Angehörige der zweiten Generation. Am Fest haben mehrere Tausend Gläubige mit ihren bunten traditionellen Gewändern und Turbanen teilgenommen. In einer Prozession zogen sie hinter einem Wagen her, auf dem das Heilige Buch transportiert und verehrt wurde.
Viele Gläubige zogen barfuss mit, einige Gläubige säuberten die Straße vor dem Zug und versprühten desinfizierende und duftende Flüssigkeiten.
Junge Sikhs verteilten an Passanten frisches oder getrocknetes Obst, Obstsäfte, Bonbons und frische Getränke als Zeichen der Gastfreundschaft und des Dienstes. Zurzeit finden in Italien verschiedene Feiern dieser Art statt.

Die Freundschaft zwischen der Gemeinschaft Sant'Egidio und der Sikhgemeinde ist schon sehr alt und entstand in der Schule für italienische Sprache und Kultur in der ländlichen Region von Ladispoli, die von vielen Sikhs besucht wurde. Sie wuchs durch Besuche im Sikhtempel, die Teilnahme an Friedensmärschen am 1. Januar, dem Weltfriedenstag, und an Veranstaltungen der Bewegungen "Menschen des Friedens" zu Themen des Zusammenlebens infolge von rassistischen Übergriffen oder zu rechtlichen Fragen der Aufenthaltsgenehmigung, der Arbeitserlaubnis und der Staatsbürgerschaft.

Die Freundschaft wuchs dann zur gesamten Sikhgemeinde in Italien durch den Besuch einer Delegation von Menschen des Friedens im Tempel, der in Novellara (Reggio Emilia) nach dem Vorbild der Sikharchitektur gebaut wurde und vor kurzer Zeit als größter Tempel Europas eingeweiht wurde.

Die Sikhgemeinde arbeitet mit Menschen des Friedens bei Initiativen des Dialogs und der Freundschaft unter den Völkern zusammen, setzt sich gemeinsam für zivile Fragen und ein neues Staatbürgerschaftsrecht ein.
Traditionell nehmen Schüler aus verschiedenen Ländern der Schule für italienische Sprache und Kultur der Gemeinschaft am Vaisakhifest teil. Es ist für alle eine wichtige Gelegenheit, um die Religion, Kultur und Tradition der Sikhs kennenzulernen.

Im Namen von Menschen des Friedens sagte Zeinab Ahmed Dolal, eine aus Äthiopien stammende Italienerin: "Wir kommen aus verschiedenen Ländern und Religionen, wir leben in Italien und fühlen uns verantwortlich für dieses Land. Mit italienischen Bürgern durchleben wir diese Krisenzeiten, die alle treffen. Wir wollen sie gemeinsam bewältigen. Die Krise wird durch Solidarität besiegt: Italiener und Immigranten vereint, um eine gerechtere Zukunft für uns und für unsere Kinder aufzubauen".

Auch Mario Marazziti erinnerte an das Opfer vieler Sikhsoldaten im Zweiten Weltkrieg, die mit den alliierten Truppen für die Befreiung Italiens und Europas von der nationalsozialistischen Besatzung gekämpft haben, und dankte dafür.


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