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Unterstützung der Gemeinschaft

  
20 April 2013 | MAPUTO, MOZAMBIQUE

Mehrere Hundert Menschen nehmen Abschied von Ana Maria Muhai, der ersten Aktivistin im DREAM-Programm

Eine mutige Frau, die ihr Leben für die Beseitigung der Stigmatisierung der AIDS-Kranken und für ihre Behandlung eingesetzt hat. Dieser Schwester und Freundin schulden wir Vieles. Gedenkworte von Andrea Riccardi

 
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Am 19. April haben viele Freunde an der Verabschiedung von Ana Maria Muhai teilgenommen, der ersten Aktivistin im DREAM-Programm. Sie war für viele eine Schwester und Freundin, nicht nur in Mosambik, auch in Rom und weltweit. Aus Rom, vielen Städten Mosambiks und Afrikas haben sich ihre Freunde versammelt, mit denen Ana Maria zehn Jahre lang unermüdlich gearbeitet hat, um die Kranken zur Behandlung zu ermutigen und ihnen neue Hoffnung zu schenken.

Am Ende der Beerdigung wurde die Grußbotschaft von Andrea Riccardi verlesen.  Hier der Text der Botschaft

Menschen aus der Peripherie Mosambiks und aus der ganzen Welt haben sich an sie erinnert, wie sie unter dem Mangobaum im DREAM-Zentrum von Maputo mit den Leuten sprach, Kranken Mut machte, von ihrer Geschichte erzählte und Hoffnung schenkte. Ihre Geschichte hat Grenzen überquert, ihr Zeugnis hat viele Männer und Frauen in zahlreichen Ländern der Welt erreicht. Die Begegnung mit DREAM war nämlich ihre Rettung und hat ihr Leben vollkommen verwandelt, sodass sie zu einem außergewöhnlichen Beispiel nicht nur in Maputo und Mosambik wurde. Als unermüdliche Zeugin sprach sie im Juni 2011 sogar bei der Versammlung der Vereinten Nationen in New York, um den universalen Zugang zur Behandlung zu unterstützen. Sie gilt als eine der bekanntesten Zeuginnen für das DREAM-Programm und fraglos als Ikone für den Kampf gegen HIV.

Ana Maria ist vor 51 Jahren in einer ländlichen Provinz Mosambiks geboren. 2002 begegnete sie dem DREAM-Programm, das gerade in einem kleinen Haus in Machava in Maputo begonnen hatte. Sie war sehr krank, wog mit 41 Jahren nur noch 28 kg, hatte überall Wunden und wurde von allen verachtet.

Sofort begann die Behandlung, nach wenigen Monaten ging es ihr wieder besser. Die Medikamente und die Freundschaft hatten ihr Gesundheit und Würde zurückgegeben. Vergnügt berichtete sie, dass ihre Nachbarn es nicht glauben konnten, als sie ihr wieder auf der Straße begegneten. Sie kniffen sie, um sicher zu sein, dass sie kein Geist sei. Ihre Freizeit verbrachte sie im DREAM-Zentrum, um den Kranken zu helfen und alle zu ermutigen, sich testen und behandeln zu lassen.

Sie war die erste in Mosambik, die öffentlich bekannte, HIV-positiv zu sein. Als erste zeigte sie ihr Gesicht, um die Stigmatisierung zu durchbrechen.

Ihr Traum war, viele Kranke dem Tod zu entreißen, die Angst vor der Behandlung hatten. Wer mit ihr sprach, spürte die "positive Ansteckung" ihrer Ausstrahlung, ihrer Zuneigung und ihres Mutes. 

Sie sagte: "Ich habe AIDS nicht durch Bücher oder Vereinigungen kennengelernt, sondern am eigenen Leib". Das sagte sie mit lauter und fester Stimme und zeigte denen ihr Foto von der Zeit der schweren Erkrankung, die nicht wussten, dass es antirethrovirale Medikamente gibt und nicht einmal etwas über AIDS hören wollten.

Die Medien aus Mosambik nannten sie "Gladiatorin" und luden sie immer häufiger zu Radio- und Fernsehsendungen oder zu Zeitungsinterviews ein.

Sie war das erste Mitglied der Vereinigung "I DREAM" für HIV-positive Männer und Frauen, die sich für das Recht auf Behandlung in afrikanischen Ländern einsetzt.

Ana Maria reiste oft ins Ausland, um ihr Zeugnis weiterzutragen und die Aktivistinnen in anderen Ländern zu unterstützen und fortzubilden. Durch DREAM fühlte sie sich nämlich als neugeboren, ihr Leben war verklärt nicht nur ihr Körper, sondern auch im Geist. Sie lebte nun für die anderen und spürte deutlich, dass sie anderen Liebe schuldig war.

In den vergangenen Monaten litt sie unter einer anderen schweren Krankheit, doch nie ließ sie die Hoffnung sinken und war immer froh.

In den letzten Wochen war sie von der Herzlichkeit und Zuwendung ihrer Freunde umgeben, die sich um sie kümmerten und immer an ihrer Seite waren. Das gab ihr Mut und Trost, vor allem durch das Gebet der Geschwister von der Gemeinschaft Sant'Egidio in vielen Ländern der Welt.

Die Nachricht von ihrem Tod hat viele mit tiefem Schmerz erfüllt.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio versammelt sich um sie, Botschaften aus der ganzen Welt sind angekommen, viele Gemeinschaften haben ihrer gedacht.

Die Medien Mosambiks haben sofort über ihren Tod berichtet, es wurden Artikel veröffentlicht und Interviews ausgestrahlt, die sie im Fernsehen in den vergangenen Jahren gegeben hatte.

Bei der Beerdigung waren Vertreter öffentlicher Einrichtung und der Zivilgesellschaft anwesend. Sie brachten ihre Anteilnahme der Gemeinschaft Sant'Egidio und der Familie zum Ausdruck, wie das Kabinett der Präsidentenfrau, der Nationalrat zur AIDS-Bekämpfung, das Jugendparlament und das Ministerium für Frauen und Soziales.

Ana Maria, eine Tochter der Gemeinschaft Sant'Egidio, hinterlässt eine Leere, aber auch ein wichtiges Zeugnis für eine demütige Frau in der Peripherie der Welt, die sich in eine wichtige Frau verwandelt und die Geschichte und das Leben vieler mit Einfachheit und Mut verändert hat.


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