change language
vostè està en: home - recull de premsa newslettercom contactar-noslink

Ajuda la Comunitat

  

Bayerischer Rundfunk

27 Febrer 2018

Einsatz gegen Armut und für Frieden

Interview mit Sant'Egidio Mitgründer Andrea Riccardi

Die christliche Laienbewegung Sant‘Egidio steht für konkrete Hilfe vor Ort und setzt sich weltweit für Frieden und Humanität ein. Zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinschaft hat Rom Korrespondent Jan-Christoph Kitzler mit dem Mitgründer Andrea Riccardi gesprochen.

 
versió per imprimir

Professor Andrea Riccardi, 50 Jahre ist die Gemeinschaft Sant’Egidio alt, wie hat sich die Gemeinschaft in diesen Jahren entwickelt?

Nun ich würde sagen, in 50 Jahren, einem halben Jahrhundert hat sich die Lage sehr verändert. 1968 gab es die Studentenrevolte, aber auch den Kalten Krieg, Kolonien im Süden der Welt, die unabhängig wurden und heute eine globale Welt. Sant’Egidio ist in Rom gegründet worden, von Studenten, die sich in den Vororten engagiert haben. Sant’Egidio ist gewachsen – in Europa, in Afrika in vielen Teilen der Welt, indem die Organisation sich in den Dienst der Armen gestellt hat und sich für den Frieden eingesetzt hat. Denn wir glauben, dass der Krieg die Mutter jeglicher Armut ist, das betonen wir oft. Wir haben den Krieg erlebt, im Libanon, in den 80er-Jahren, in Mozambik, in Afrika, wo wir uns für den Frieden eingesetzt haben, der 1992 in Rom durch die Vermittlung von Sant’Egidio besiegelt wurde. Wir haben uns immer für Themen des Friedens eingesetzt. Papst Franziskus hat, als er Sant’Egidio besucht hat, gesagt: Ihr seid die drei "P",  "Preghiera" also das Gebet, "Poveri", die Armen und "Pace", der Frieden. Das funktioniert auf Deutsch nicht, aber auf Italienisch schon und auch ein wenig auf Spanisch und auf Französisch.

Also kann man sagen, dass Sant’Egidio ein globaler Player des Friedens geworden ist, oder ist ihnen das zu stark?

Sehr freundlich, dass Sie das sagen. Global ist nicht groß, sondern eben global. Ja, so gesehen setzen wir uns keine Grenzen. Johannes Paul II. hat uns gesagt: die einzige Grenze für Euch ist die Barmherzigkeit. Gerade setzen wir uns zum Beispiel zusammen mit einer muslimischen Organisation für die Rohingya ein. Ich denke, wir sind eine kleine grenzenlose Gemeinde.

In unserer globalen Zeit muss sich auch die Friedensethik entwickeln. Wie muss eine Friedensethik heutzutage aussehen?

Bevor ich über Friedensethik spreche, muss ich eine Sorge aussprechen: wir haben heutzutage den Krieg wieder aufgewertet. Nach 1989 haben wir gedacht, eine Epoche des großen Friedens habe begonnen. Aber heute haben wir den Krieg wieder aufgewertet. Der Krieg wird skrupellos eingesetzt. Wir sind in einer Situation, in der Krieg ein Instrument der Konfliktbewältigung geworden ist. Denken Sie nur an den Krieg in Syrien, der nicht aufhört. Das ist ein Skandal!  Ich glaube, dass das erste Anliegen jeder Friedensethik die Aussage sein muss, dass der Frieden zwingend das Ziel jeder Politik ist. Ein italienischer Fußsoldat schrieb seiner Frau im ersten Weltkrieg: Der Krieg ist schrecklich, denn man landet unter der Erde. Wir müssen vom Schrecken des Krieges erzählen. Die Generation, die den zweiten Weltkrieg miterlebt hat, ist fast ausgestorben – und wir tanzen am Abgrund. 

Es scheint ja so zu sein, als ob die Welt bei vielen Konflikten regelrecht die Augen verschließt.

Die Welt verschließt die Augen oder vielleicht richten sich die Augen der Welt mehr auf die finanziellen als auf die menschlichen Werte, auf die Toten der vielen Kriege. Das macht mir große Sorgen. Und ich glaube, dass Deutschland hier eine Verantwortung trägt. Ich glaube, dass Deutschland dazu berufen ist, eine Verantwortung für den Frieden zu übernehmen und die Europäische Union dazu zu bewegen, ihre Friedensmission noch bestimmter anzugehen. Deutschland weiß noch, was der Krieg ist. Denn Deutschland hat die Auswirkungen erlebt, solange das Land geteilt war. Wir Italiener haben den Krieg vergessen. In Deutschland gibt es viele, die sich daran erinnern. Doch wir Europäer haben Angst vor der Welt. Weil die Welt groß, global geworden ist und wir uns hinter Mauern in Sicherheit bringen wollen. Sant’Egidio glaubt an Brücken, nicht an Mauern. Brücken schützen, denn bringen uns zusammen, sie schaffen Sympathie. Die Mauern nicht. In dieser Zeit der Angst, die die Welt hat, entstehen islamischer Fundamentalismus, Radikalismus oder der Radikalismus von uns Europäern, der neue Faschismus, der ein Phänomen aller europäischen Länder ist. Das ist der Radikalismus der Europäer.

Es gibt weltweit viel Gewalt, die im Namen von Religionen verübt wird. Nun sagen viele, auch Papst Franziskus, die Religionen seien nicht das Problem, sondern Teil der Lösung. Es gibt aber auch viele, die das anders sehen. Was antworten Sie denen?

Ich glaube, dass die Religionen heutzutage eine große Rolle. Und: sie können eine Ideologie sein, die den Krieg rechtfertigt. Das ist normal. Doch keine Religion hat die Gewalt in ihren Genen, das hat Papst Franziskus sehr klar zum Ausdruck gebracht und ich glaube das. Die Religionen können das Benzin sein, das das Feuer des Krieges entfacht, aber sie sind auch das Wasser, das das Feuer des Krieges löschen und Frieden stiften kann.

Was kann da heutzutage der Beitrag der Gemeinschaft Sant’Egidio sein?

Das ist ein täglicher Beitrag, um unsere Randgebiete wieder in Ordnung zu bringen. Ich denke an die Solidarität mit den Armen, mit den alten Menschen, die in Europa, in Deutschland ein großes Problem sind. Alte Menschen, die allein zurückbleiben. Wir leben zwar länger, aber das Leben wird für die alten Menschen trist, und wir müssen verhindern, dass sie sich einsam fühlen. Dann das Thema Integration, die Schule für die Migranten. Die Kinder, die Behinderten, die Armen eben, die Armen unserer Städte, von denen es in unserer reichen Gesellschaft viele gibt.  Das ist schon Friedensarbeit. Dann ist da der interreligiöse Dialog, die Ökumene. Wir haben sehr aufmerksam das 500. Reformationsjubiläum in Deutschland verfolgt, das ein Erfolg war. Das hätten auch Feierlichkeiten werden können, die entzweien, doch das Jubiläum ist mit einem starken ökumenischen Zeichen zuende gegangen. Ich glaube, dass der Dialog zwischen den Christen für den Frieden sehr wichtig ist, so wie der Dialog zwischen den Religionen. Und dann sind da unsere Friedensmissionen, aktuell zum Beispiel in der Zentralafrikanischen Republik.

Wenn man ihre Mitarbeiter trifft, die in Friedensprozessen, zum Beispiel in Kolumbien aktiv sind, dann fällt auf, dass sie ihre Arbeit oft fern von jeder Öffentlichkeit machen. Da wird nicht viel Werbung gemacht, wie kommt das?

Nun, im Leben weiß man nie, wie man sich verhalten soll. Wenn du darüber sprichst, sagen sie, dass du Werbung für dich machst. Wenn du nicht drüber sprichst, sagen sie du etwas verschweigst. Wichtig ist die Arbeit – arbeiten und Ergebnisse erzielen, Frieden schaffen für die Kinder, für unsere Kinder, für die Kinder Afrikas. Ich glaube, dass der Frieden möglich ist. Wir dürfen nicht akzeptieren, dass der Krieg für gewisse Länder eine chronische Krankheit ist.

Sie sind eine christliche Gemeinschaft: wie kommt es, dass auch aus der Welt des Islam, zum Beispiel auf den Philippinen, Bitten um Vermittlung an Sie herangetragen werden?

Wir haben zum Beispiel eine sehr enge Beziehung zu moslemischen Bruderschaften in Indonesien. Das ist die DNA des Dialogs, der uns auszeichnet.

Zum Abschluss noch: Was wünschen Sie sich für die nächsten 50 Jahre?

Dass wir Christen sind, die Armen lieben, und keine Angst haben.

2009 wurde Sant-Egidio-Gründer Andrea Riccardi für den Einsatz seiner Gemeinschaft für Frieden und Versöhnung mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet.


 LEA TAMBÉ
• NOTÍCIES
6 Febrer 2018

Sant'Egidio, 50 anys al servei de la pau - entrevista a Marco Impagliazzo

IT | ES | CA | ID | HU
5 Febrer 2018

A la memòria de Modesta, ningú és oblidat. La litúrgia de Santa Maria in Trastevere

IT | ES | CA
1 Febrer 2018
BARCELONA, ESPANYA

Presentació de la guia "ON menjar, dormir, rentar-se 2018" per a les persones sense sostre de Barcelona

IT | ES | CA
1 Febrer 2018
BARCELONA, ESPANYA

Més dificultats pels més pobres per trobar, conservar o quedars-e en una casa

ES | CA
31 Gener 2018
ROMA, ITÀLIA

"El miracle de Modesta": el record de la dona que va morir fa 35 anys perquè ningú la va socórrer ha creat un moviment d'humanitat a la ciutat de Roma

IT | ES | FR | CA | ID | HU
30 Gener 2018
ROMA, ITÀLIA

Arriben a Itàlia els primers corredors humanitaris de 2018. La nova fase del projecte que s'ha convertit en un model d'acollida i integració per a Europa

IT | ES | DE | FR | CA | ID
totes les notícies
• ALLIBERAMENT
12 Febrer 2019
Notizie Italia News

L'ottava arte: quella di includere. Artisti con disabilità ed esclusione ...

11 Febrer 2019
Vatican Insider

Riccardi: tra Italia e Vaticano c’è freddezza ma non rottura

13 Març 2018
RP ONLINE

Flucht, Abi, Studium

28 Febrer 2018
Domradio.de

"Wahrhaft ökumenische Bewegung"

27 Febrer 2018
La Repubblica

Profughi, dal Corno d'Africa a Roma corridoio umanitario per 114 persone

tots els comunicats de premsa
• ESDEVENIMENTS
10 Febrer 2018 | ROMA, ITÀLIA

Litúrgia d'Acció de Gràcies pel 50è aniversari de la Comunitat de Sant'Egidio

23 Gener 2018 | BARCELONA, ESPANYA

Setmana de pregària per la Unitat dels cristians

1 Gener 2018 | BARCELONA, ESPANYA

La marxa Pau Arreu de la Terra a Barcelona

1 Gener 2018

Marxa per la pau arreu de la terra a Manresa

15 Novembre 2017 | BARCELONA, ESPANYA

Presentació del llibre d'Andrea Riccardi: "Perifèries. Crisi i novetats per l'Església"

16 Setembre 2017 | BARCELONA, ESPANYA

Pregària per la pau

TOTES LES REUNIONS DE PREGÀRIA per la PAU
• NO PENA DE MORT
10 Octubre 2017

Nella Giornata mondiale contro la pena di morte visitiamo i condannati più poveri in Africa

15 Abril 2017
ESTATS UNITS

Fermate le esecuzioni in Arkansas in seguito all'esposto di un'azienda farmaceutica

18 Febrer 2016
ROMA, ITÀLIA

IX Congresso Internazionale dei Ministri della Giustizia per un mondo senza pena di morte, il 22 febbraio a Roma

27 Octubre 2015
JAPÓ

Il supplizio di Iwao, da 47 anni nel braccio della morte

20 Octubre 2015
JAPÓ

Giustizia e diritti umani per una società senza pena di morte - #NoJusticewithoutlife in Giappone

10 Octubre 2015
ESTATS UNITS

La Comunità di Sant'Egidio lancia la prossima "Giornata Mondiale delle città per la vita"

5 Octubre 2015
EFE

Fallece un preso japonés tras pasar 43 años en el corredor de la muerte

12 Març 2015
Associated Press

Death penalty: a look at how some US states handle execution drug shortage

12 Març 2015
AFP

Arabie: trois hommes dont un Saoudien exécutés pour trafic de drogue

9 Març 2015
AFP

Le Pakistan repousse de facto l'exécution du meurtrier d'un critique de la loi sur le blasphème

9 Març 2015
AFP

Peine de mort en Indonésie: la justice va étudier un appel des deux trafiquants australiens

9 Març 2015
Reuters

Australia to restate opposition to death penalty as executions loom in Indonesia

anar a cap pena de mort
• DOCUMENTS

Adam Michnik

Adolfo Pérez Esquivel

Agostino Marchetto

Ahmad Muhammad Al-Tayyeb

Aisha Yousef Al-Menn'ai

Aldo Giordano

tots els documents

VIDEO FOTOS
46
Qui espera el Nadal amb la Comunitat de Sant'Egidio?
37
Video: Per Nadal, tots necessitem ajudar
Cities For Life 2014 - The Video Story

281 visites

22 visites

32 visites

20 visites
tots els mitjans de comunicació afins