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Unterstützung der Gemeinschaft

  
21 Juli 2015

Die Mauern in den Köpfen einreißen

Jugendliche der Gemeinschaft Sant’Egidio demonstrieren in Berlin für mehr Verständnis in Europa

 
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Berlin (DT/KNA) Laute Musik schallt durch das Brandenburger Tor. „Rock ’n Roll for Peace“ singt die Band von der Ladefläche eines LKW – Rocken für den Frieden. Zahlreiche junge Menschen tanzen dazu und heben Schilder in die Luft. Darauf steht: „Shalom, Salam, Frieden“. Die christliche Gemeinschaft Sant’Egidio hat Jugendliche aus Europa zu ihrem jährlichen Treffen nach Berlin eingeladen. Beim sogenannten „Walk for Peace“ (Friedensmarsch) am Freitag erinnerten rund 270 Jugendliche an den Mauerfall vor 25 Jahren – und rückten auch die Mauern von heute in das Blickfeld. „Die Grenzen dieser Tage bestehen vor allem in den Köpfen der Leute“, findet Maria Herchak. Die junge Ukrainerin nimmt das zweite Mal an einem Jugendtreffen der christlichen Gemeinde teil und schätzt besonders den Austausch mit anderen jungen Europäern. Sie berichtet von anti-russischer Propaganda in ihrem Heimatland und möchte vermitteln. „Es muss doch möglich sein, dass Ukrainer und Russen trotz der Politik Freunde bleiben können“, sagt sie.

Diese Gemeinschaft über Ländergrenzen hinweg ist es, die sie an den Treffen junger Christen begeistert. Die Gemeinschaft Sant’Egidio wurde 1968 im studentischen Milieu von Rom gegründet. Heute zählt sie mehr als 60000 Mitglieder in 73 Ländern, davon 5000 in Deutschland. Die Jugendlichen engagieren sich in ihren Heimatstädten für arme Kinder, alte Menschen, Obdachlose und Flüchtlinge – so auch die 23-jährige Herchak. Sie absolviert derzeit einen Freiwilligendienst in Berlin. In einer Einrichtung arbeitet sie mit Flüchtlingskindern. „Das ist noch so eine Mauer in unserer Zeit: das Mittelmeer.“ Damit ist für sie das Thema Mauerfall heute aktuell wie nie. Das findet auch Alexander Linke von der christlichen Gemeinschaft in Berlin. Vor dem Hintergrund der steigenden Flüchtlingszahlen sei der Mauerfall mehr als nur ein historisches Ereignis, erklärt er: „Es gilt Vorurteile abzubauen. Die meisten Mauern entstehen aus einer Haltung der Angst.“ Auch in Berlin ist die Gemeinschaft Sant’Egidio um den Dialog von Kindern und Jugendlichen mit verschiedenen Hintergründen bemüht. Seit 2006 öffnet im Stadtteil Neukölln jeden Samstagnachmittag die sogenannte „Schule des Friedens“ ihre Türen. Dort treffen sich Kinder zu Lern- und Freundschaftsgruppen. Die Gruppierung ist bekannt für ihr Engagement im sozial-karitativen Bereich – lokal und international. Die römische Zentrale und der Gründer Andrea Riccardi nutzten ihre internationalen Verbindungen auch immer wieder zur diplomatischen Vermittlung in Konfliktsituationen. So trugen sie 1992 mit dem sogenannten Friedensvertrag von Rom maßgeblich zur Beendigung des 15-jährigen Bürgerkriegs in Mosambik bei. Auch der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Johannes Singhammer (CSU), würdigte das Engagement der Jugendlichen über alle Ländergrenzen hinweg. Bei der Eröffnung des Friedensmarsches erinnerte er an die Berliner Mauer als Symbol für die Teilung von Europa, Deutschland und Berlin. „Jetzt geht es darum, dass wir diese Kraftquelle nutzen und Mauern, wo sie noch stehen, zum Fallen bringen“, sagte Singhammer. Diese bestünden heute nicht mehr aus Beton, sondern aus Unterschieden in Bildung, Herkunft und Werten. So wie vor 25 Jahren die Berliner Mauer fiel, wollen nun auch die Jugendlichen der Gemeinden aus Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Großbritannien und Deutschland die geistigen Mauern Europas zum Einsturz bringen. Auch Maria Herchak hält dazu ihr Schild in die Höhe. „Mir“ steht darauf. Das heißt Frieden auf ukrainisch – genauso wie auf russisch.


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