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26 Diciembre 2015

WÜRZBURG

Die größte Weihnachtsfeier Deutschlands

 
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Ein geschmückter Weihnachtsbaum und eine Krippe, die die Weihnachtsgeschichte erzählt, aber auch der aus der Cola-Werbung bekannte Weihnachtsmann mit rausche Bart und Rentier-Schlitten begrüßen die Gäste schon am Eingang.

In der Posthalle, wo sonst junge Leute zu schweren Discorhythmen feiern oder zu Rockkonzerten wippen, stehen akkurat rot gedeckte, weihnachtlich dekorierte Tische mit Christstollen oder Lebkuchen. Gut 1100 Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen, Obdachlose, Aus-dem-Tritt-Geratene oder Einsame haben gemeinsam die größte Weihnachtsfeier Deutschlands gefeiert. „Jeder, der an der Tür anklopft, wird auch hereingelassen“, betont Elisabeth Dirk der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio, dem Organisator: „Weihnachten ist das Fest der Liebe und des Friedens.“

Internationale Lieder

Zum ersten Mal dabei ist Annette. Von Arbeitskollegen in den Erthal-Werkstätten hat sie von der Feier erfahren. „Das ist doch viel schöner, als alleine zu Hause vor dem Fernseher zu hocken“, erzählt sie, während auf der Bühne ein Zauberer seine Kunststücke vorführt. Davor gab es internationale Lieder, auch arabische Titel waren dabei. Christliche Weihnachtslieder oder gar Gebete, die für die Gemeinschaft Sant'Egidio so wichtig sind, gibt es an diesem Tag nicht.

Ob ein Gast oder ein Helfer gläubiger Christ ist, spielt bei der Weihnachtsfeier keine Rolle. Freudig zeigt die Frau, die bis auf ihre alte Mutter niemanden mehr hat, die beiden Weihnachtskarten vor, mit denen sie und ein Arbeitskollege persönlich eingeladen wurden. Sie ist begeistert von der Größe der Feier und genießt das Gespräch mit den vielen neuen Bekannten.

Jeder Gast ist zumindest einem der Helfer persönlich bekannt, von den Sprachkursen, der Mensa in der Zellerau oder der Arbeit in den Altenheimen. Die Egidianer sprechen von „unseren Freunden“ - schon lange, bevor das soziale Netzwerk Facebook den Begriff als Marketing-Masche entdeckt hat, gehört er zum Selbstverständnis der 1968 in Italien gegründeten katholischen Laien-Gemeinschaft, die seit 1983 auch in Würzburg aktiv ist. Zumindest an diesem Weihnachtstag soll die Festgemeinde eine große Familie sein, „eine Vision von dem, wie es immer sein könnte“, erzählt Elisabeth Dirk. Weit über 400 Menschen - wie viele genau, weiß keiner, viele haben sich noch kurz vorher spontan gemeldet – erfüllen sie mit Leben und haben Aufgaben übernommen.

Bereits am Eingang zur Halle stehen freundlich die Neuankömmlinge anlächelnde Mitarbeiter, die jeden Gast zu seinem Tisch führen. Einer von ihnen ist Christine Fischer. Später reiht sie sich in die Schlange ein, die an der Ausgabe für die Kürbissuppe warten, um sie an den Tisch zu bringen. Ihren Mann und die beiden Söhne hat sie mitgenommen. Auch sie packen an. Statt sich heimelig in der Familie von der Außenwelt abzuschotten, möchte sie die „Freude an Weihnachten, die Liebe Christi“ an andere weitergeben.

Für jeden Gast ein Geschenk

Im „Geschenkzimmer“, hinter der Bühne, lagern derweil in Reih' und Glied die sorgfältig gepackten und Pakete. Ebenso viele wie Gäste, geordnet nach den einzelnen Gruppen. Für die Kinder gibt es Nützliches für die Schule, für die, von denen bekannt ist, dass sie nur auf der Durchreise sind, gibt es Rucksäcke. Manche erhalten sogar einen Wunsche erfüllt. Jedes einzelne Geschenk trägt den Namen seines Adressaten. Mit Namenslisten in der Hand laufen Helfer zwischen den Tischen emsig umher.

Auch zwei junge Syrer, Ahmad Hamdi und Mohamed Al-Ahmed, haben sich eine kleine Überraschung einfallen lassen: Da nicht alle den Klassiker Hähnchenbrust mit Blaukraut und Klößen mögen, haben die beiden Köche in der Großküche der Uniklinik, Curry-Reis mit Tomaten-Minze-Sauce und gefüllte Auberginen zubereitet – nach syrischer Art. Beide haben schwere Schicksalsschläger erlitten: Erst vor kurzem hat Ahmad aus dem schwer umkämpften Idlib nahe Verwandte im Krieg verloren, Mohamed aus Damaskus hat seit drei Jahren keinerlei Kontakt mehr zu seiner Familie und sein zwei Kindern. „Wir wollten etwas zurückgeben von dem, was wir hier bekommen haben“, erzählen beide, die seit einem Vierteljahr in Deutschland leben.

Als „Tischsitzer“ beschreibt Walter Liehmann seine Rolle beim großen Ganzen, das für den Außenstehenden an den reibungslosen Ablauf eines Bienenstaats erinnert. Der 76-Jährige tut alles, was ein guter Gastgeber auch tun würde: Der frühere Lehrer, der lange in Peru gelebt hat, und seine Frau reichen die Speisen, schenken ein, sorgen dafür, dass das Gespräch in Gang kommt und alle zufrieden sind. Am Tisch sitzen Menschen aus Russland, Kasachstan und der Ukraine. Viele leben schon längere Zeit in Deutschland.

Viele neue Gesichter

In diesem Jahr gibt es viele neue Gesichter: Viele Gäste sind Flüchtlinge aus islamischen Ländern. Ahmad und Zeina, etwa, die erst seit knapp zwei Wochen in Deutschland leben. Sie sind gerne zu der Feier gekommen. Weihnachten kennen sie, obwohl selber Muslime, noch von ihrer Heimatstadt Aleppo, wo es noch bis vor kurzem eine große christliche Minderheit gab. „Mit Freunden und Bekannten haben wir zu Weihnachten Geschenke ausgetauscht“, erinnert sich der 27-Jährige. Ahmad wurde schon oft gefragt, wie das zusammenpasst. „Wir sind doch alle Menschen“, antwortet er dann. Der Islam sei eine Religion des Friedens. Unruhe und Gewalt hätten erst die Islamisten gebracht. Geflüchtet ist der Ökonom, weil die Gefahr zu hoch war, dass ihn das syrische Militär einzieht. Zeina möchte ihr Chemie-Studium fortführen, das sie abbrechen musste.

Auf seinem Telefon hat Ahmad ein Foto der zerstörten Stadt, ähnlich verwüstet wie Berlin bei Kriegsende 1945. In den Vordergrund hat jemand einen Weihnachtsmann als Collage einmontiert. Mit dem Rücken zum Betrachter blickt er auf die graue Schutthalde, die einstmals eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Syriens war.


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