change language
sei rein: home - news newsletterkontaktlink

Unterstützung der Gemeinschaft

  
13 Oktober 2017

Worte von Papst Franziskus

Die Todesstrafe ist eine unmenschliche Maßnahme ist, die die Würde des Menschen herabsetzt. Sie widerspricht in ihrem Wesen dem Evangelium

weil sie willentlich entscheidet ein menschliches Leben zu beenden, das in den Augen des Schöpfers immer heilig ist

 
versione stampabile

Ich denke an die Todesstrafe. Bei dieser Problematik kann man es nicht bei einer hauptsächlich geschichtlichen Abhandlung belassen, die dabei nicht nur die lehramtliche Entwicklung unter den letzten Päpsten außer Acht lässt, sondern auch das veränderte Bewusstsein im Volke Gottes, das eine positive Haltung gegenüber einer Strafe ablehnt, die die Würde des Menschen schwer verletzt. Stattdessen muss deutlich festgestellt werden, dass die Todesstrafe eine unmenschliche Maßnahme ist, die – wie auch immer sie ausgeführt wird – die Würde des Menschen herabsetzt. Sie widerspricht in ihrem Wesen dem Evangelium, weil sie willentlich entscheidet ein menschliches Leben zu beenden, das in den Augen des Schöpfers immer heilig ist und dessen wahrer Richter und Garant im Letzten allein Gott ist. Kein Mensch, »nicht einmal der Mörder verliert seine Menschenwürde« (Brief an den Präsidenten der Internationalen Kommission gegen die Todesstrafe, 20. März 2015), denn Gott ist ein Vater, der immer auf die Rückkehr des Sohnes wartet, der, um seinen Fehler wissend um Vergebung bittet und ein neues Leben beginnt. Niemandem darf daher nicht nur das Leben, sondern damit auch die Möglichkeit einer moralischen und existenziellen Umkehr verwehrt werden, damit er zum Wohle der Gemeinschaft umkehrt.

Anbetracht mangelnder Instrumente zur Verteidigung und einer noch nicht so weit entwickelten gesellschaftlichen Reife, schien die Todesstrafe in vergangenen Jahrhunderten die logische Konsequenz, um Gerechtigkeit walten zu lassen. Leider wurde auch im Kirchenstaat auf dieses extreme und unmenschliche Mittel zurückgegriffen, und man hat dabei den Primat der Barmherzigkeit über die Gerechtigkeit vernachlässigt. Wir übernehmen die Verantwortung für die Vergangenheit und bekennen, dass diese Methoden mehr von einer legalistischen als von einer christlichen Haltung bestimmt wurden. Die Sorge um Machterhalt und materiellen Reichtum haben zu einer Überbewertung des Gesetzes geführt und ein tiefes Verständnis des Evangeliums verhindert. Gerade deswegen können wir heute, angesichts einer neuen Notwendigkeit, die Würde des Menschen zu betonen, nicht gleichgültig bleiben. Wir würden uns noch mehr schuldig machen. i.

Wir stehen hier vor keinerlei Widerspruch zu früheren Lehraussagen, denn die Verteidigung der Würde des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod hat in der kirchlichen Lehre stets eine eindeutige und maßgebende Stimme gefunden. Die harmonische Entwicklung der kirchlichen Lehre gebietet es, Positionen zu vermeiden, die an Argumenten festhalten, die längst eindeutig einem neuen Verständnis der christlichen Wahrheit widersprechen. Schon der hl. Vinzenz von Lérins erinnerte: »Aber vielleicht sagt jemand: Wird es also in der Kirche Christi keinen Fortschritt der Religion geben? Gewiss soll es einen geben, sogar einen recht großen. Denn wer wäre gegen die Menschen so neidisch und gegen Gott so feindselig, dass er das zu verhindern suchte?« (Commonitorium, 23.1; PL 50). Darum ist es notwendig zu betonen, dass, egal wie schwer das begangene Verbrechen auch war, die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unverletzbarkeit der Würde des Menschen verstößt.


 LEGGI ANCHE
• NACHRICHTEN
1 Februar 2018
IRAK

Sant’Egidio ist besorgt über den Einsatz der Todesstrafe

IT | ES | DE | FR
5 Dezember 2017

Verschließen wir nicht unsere Herzen. Schauen wir nicht weg! Heute heißt die Gegenwart Gottes auch Rohingya. Jeder von uns gebe darauf seine eigene Antwort

IT | EN | ES | DE | FR | PT
28 November 2017
ROM, ITALIEN

Die Abschaffung der Todesstrafe, um das Leben aller zu schützen – 10. Kongress der Justizminister

IT | ES | DE | PT | CA | RU
17 Mai 2010

In Rom fand der 5. Internationale Kongress der Justizminister "Vom Moratorium zur Abschaffung der Todesstrafe" statt, an dem Vertreter aus 30 Ländern teilnahmen. Texte und Bilder

IT | EN | ES | DE | FR | PT | CA
12 Mai 2010

Paris: Tamara Chikunova wurde für ihren Einsatz zur Abschaffung der Todesstrafe in Usbekistan mit dem Titel Ritter im Nationalorden der Ehrenlegion ausgezeichnet

IT | ES | DE | FR | CA | NL
24 Februar 2010

Die Gemeinschaft Sant'Egidio nimmt teil am 4. Weltkongress gegen die Todesstrafe in Genf

IT | EN | ES | DE | CA | NL | ID
tutle le news
• STAMPA
19 Februar 2018
Vaticannews

Appello della Chiesa Usa per salvare la vita di due condannati a morte

2 Dezember 2017
Corriere della Sera - Ed. Roma

Al Colosseo artisti contro la pena di morte

30 November 2017
Corriere della Sera - Ed. Roma

Live contro la pena di morte

29 November 2017
Notizie Italia News

Per un mondo senza pena di morte. #PENADIMORTEMAI

29 November 2017
SIR

Pena di morte. Impagliazzo (Comunità Sant’Egidio), “difendere la vita di un condannato è difendere la vita di tutti”

28 November 2017
Radio Vaticana

Sant'Egidio: tutelare la vita di un condannato è difendere la vita di tutti

tutta la rassegna stampa
• GESCHEHEN
28 November 2017 | ROM, ITALIEN

10th Int'l Congress of Justice Ministers ''A World without the Death Penalty''

tutti gli Incontri VON Preghiera per la Pace
• DOCUMENTI

Statement by Minister J. Kamara on the death penalty in Sierra Leone

Vice President Mnangagwa: Zimbabwe's steps toward the abolition of the death penalty

Mario Marazziti: rifiutare la logica della pena di morte per non cedere alla trappola del terrore

Rajapakshe, Minister of Justice: Sri Lanka to protect the right to life, against the death penalty

Tanni Taher: the commitment of Sant'Egidio against the death penalty in Indonesia

Jean-Louis Ville: Europe is against the death penalty.

tutti ich documenti

VIDEO FOTO
2:
Malawi contra la pena de muerte
4:01
Cities for life: desde Roma al mundo entero contra la pena de muerte

446 besuchen

449 besuchen

473 besuchen

511 besuchen

476 besuchen
tutta i media correlati