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11 September 2017

„Dem Frieden neue Wege bahnen“

 
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Bild: dpa
Marco Impagliazzo, Gemeinschaft Sant'Egidio, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ahmed Muhammad Al-Tayyeb, Großimam der Al-Azhar-Universität, Ägypten (v.l.) haben am Sonntag das Weltfriedenstreffen in der Halle Münsterland eröffnet.
Bild: dpa

Europa dürfe nicht so tun, als ginge uns das nichts an, fügte die Kanzlerin hinzu. Sie forderte aber auch die Religionsgemeinschaften auf, sich gegen die zu wehren, die im Namen des Glaubens die Menschenwürde mit Füßen treten.

„Wege des Friedens“ lautete das Motto des Treffens, zu dem die in Rom ansässige katholische Laienorganisation Sant’ Egidio von Sonntag bis Dienstag nach Münster und Osnabrück eingeladen hat. „Die Welt leidet zu sehr unter den derzeitigen Krisen“, wusste Angelika Wagner von Sant’ Egidio Deutschland, die die Veranstaltung in der Halle Münsterland gestern moderierte. „Es braucht Menschen, die die Verantwortung übernehmen.“ Dem Frieden neue Wege zu bahnen, brauche Mut, fügte Münsters Bischof Felix Genn in seiner Rede hinzu. „Die Welt wartet drauf.“

Afrika als starken Partner sehen

Merkel, die den nigerschen Präsidenten Mahamadou Issoufou beim Aufeinandertreffen freundschaftlich umarmte, sagte zu, Deutschland werde sich für Afrika stärker engagieren. Afrika solle als Partner gesehen werden. „In dem Maße, in dem wir Afrika stärken, kann Schleppern das Handwerk gelegt werden.“

Die Kanzlerin will die illegale Migration nach Europa eindämmen, aber sichere Wege für diejenigen finden, die Schutz brauchen. Sie machte auf die „katastrophalen Bedingungen“ der Flüchtlinge aufmerksam, die in den Lagern in Libyen gestrandet sind. Sie versprach dem Niger Hilfe, besonders Schutzbedürftige aus Libyen in den Niger zu evakuieren und sie dann auf sicherem Weg etwa nach Europa zu bringen. „Wir in Deutschland sind bereit, uns zu beteiligen.“

Mahamadou Issoufou machte deutlich, dass er die vielen Ertrunkenen im Mittelmeer inakzeptabel findet. „Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer“, kritisierte er. Und Konflikte entstünden durch die große Ungleichheit auf der Welt. Er forderte eine Toleranz, die die Präsenz des anderen zulässt. „Intoleranz geht Hand in Hand mit Dogmatismus“, sagte er. Der Weg zum Terrorismus sei kurz.

Papst: „Kriege sind niemals heilig“

Die Botschaft von Papst Franziskus zu dem Treffen in Münster war eindeutig: Kriege seien niemals heilig und Gewalt werde niemals im Namen Gottes verübt, „weil Gott Kriege und Gewalt verabscheut“. In seinem vom Apostolischen Nuntius Nikola Eterovic beim Friedenstreffen verlesenen Grußwort ermutigte der Papst die Anwesenden, als „Menschen des Friedens“ in einer Welt voller Konflikte Hoffnung zu verbreiten. Um Durchgänge des Friedens zu öffnen, brauche es demütigen Mut, beharrliche Ausdauer und das Gebet, erklärte Papst Franziskus. „Das Gebet steht am Anfang des Friedens“, betonte er.

Neben den politischen und gesellschaftlichen Verantwortungsträgern seien die Religionen dazu berufen, sich auch im konkreten, demütigen und konstruktiven Einsatz für den Frieden zu engagieren. Der Papst warnte vor Gleichgültigkeit, „so dass die Tragödien des Hasses in Vergessenheit geraten und man sich mit der Vorstellung abfindet, dass der Mensch weggeworfen wird und ihm Macht und Gewinn vorgezogen werden“. Er bedankte sich bei den Vertretern der Religionen, zusammengekommen zu sein, um nach Wegen des Friedens zu suchen.

Das Treffen in Deutschland, im Herzen Europas, wertete Papst Franziskus als ein Zeichen und eine Mahnung an Europa, den Frieden zu pflegen.


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