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Unterstützung der Gemeinschaft

  
19 Juni 2014

Appell für Aleppo

Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio

 
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Ich wende mich mit einem Appell für Aleppo an die Öffentlichkeit. Etwas Schreckliches geht dort vor sich. Doch dies wird ignoriert oder resigniert beobachtet. Seit zwei Jahren wird in Aleppo gekämpft. Im Juli 2012 begann die sogenannte „Schlacht von Aleppo“ in der bevölkerungsreichsten Stadt Syriens. Dieser Ort der Begegnung zwischen verschiedenen Kulturen, der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, ist heute eine Stadt in Ruinen: Die wunderschöne Zitadelle wurde bombardiert, der mittelalterliche Markt in Brand gesteckt, die Umayyaden-Moschee zum Schlachtfeld gemacht. Doch die zwei Millionen Einwohner der Stadt sind geblieben und halten das Jahrtausende alte Zusammenleben zwischen Muslimen und Christen am Leben. Die Stadt ist geteilt: Die meisten Viertel sind in Händen von regierungstreuen Kräften, aber es gibt auch von Rebellen kontrollierte Zonen, die bei der Besetzung im Sommer 2012 beschädigt wurden. Die Rebellen wiederum wurden durch Regierungskräfte nach Südwesten vertrieben. Die Menschen können die von der Opposition vollständig eingekesselte Stadt nicht verlassen, in der sich auch unnachgiebige und blutrünstige Fundamentalisten befinden. Wenn Christen die Regierungszonen verlassen, setzen sie ihr Leben aufs Spiel. Das haben die beiden Bischöfe von Aleppo, Gregorios Ibrahim und Paul Yazigi erlebt, die seit über einem Jahr entführt sind. Aleppo ist die drittgrößte „christliche“ Stadt der arabischen Welt nach Kairo und Beirut: es gab dort 300.000 Christen!

Die Bevölkerung leidet unheimlich. Die Luftwaffe Assads schießt mit Raketen und wirft Brandbomen auf Gebiete, die in Händen der Rebellen sind. Diese wiederum bombardieren die anderen Viertel mit Mörsern und einfacheren Raketen. Man leidet unter Hunger und Mangel an Medikamenten. Zudem zeigt sich, dass Erpressungen wegen des Wassers erfolgen, das
Dschihadistengruppen von der Stadt ableiten. Die Menschen reaktivieren alte Brunnen in der Umgebung von Moscheen und Kirchen. Es ist ein schrecklicher Krieg, der Tod kommt von überallher. Von unterirdischen Tunneln aus werden „feindliche“ Gebäude in die Luft gesprengt. Wie kann ein Überleben möglich sein?
 
Es geht nicht nur darum, fünftausend Jahre alte Gebäude in der Stadt zu erhalten. Das Leben der Menschen und der Stadt muss gerettet werden, ein Jahrhunderte altes Zusammenleben von Arabern, Armeniern, Kurden, Türken und Tscherkessen, weshalb Aleppo ein Symbol für gemeinsames Leben war. Vor allem muss das Massaker beenden werden, das seit zwei Jahren
andauert. Es darf nicht länger gezögert werden. Ein internationaler Einsatz ist nötig, um Aleppo aus der Belagerung zu befreien, die täglich mehr Tod über die Stadt bringt. Dazu ist ein verantwortungsvoller Einsatz der beteiligten Regierungen notwendig: von der Türkei, die auf Seiten der Rebellen steht, und von Russland, das Einfluss auf Assad geltend machen kann.
Aleppo ist mehr wert als eine parteiische Äußerung im Konflikt! Humanitäre Korridore müssen sofort eingerichtet werden, um die gefangene Zivilbevölkerung zu versorgen. Dann muss beharrlich ein Ende der Kämpfe ausgehandelt und die Stadt in eine neutrale Zone umgewandelt werden: Es muss bis zur Ausarbeitung eines Abkommens verhandelt werden!
Sonst wird mit Aleppo auch unsere Würde begraben. UNO-Truppen in einem Pufferbereich wären angemessen. Dies erfordert sicherlich Zeit zur Umsetzung sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Damaskus. In der Zwischenzeit sterben die Menschen von Aleppo. Im Namen der Menschen, die leiden, gilt es, dem Frieden zum Durchbruch zu verhelfen, mit
einem Status von Aleppo als offener Stadt.

Andrea Riccardi

  

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