change language
sie sind in: home - pressearchiv newsletterkontaktlink

Unterstützung der Gemeinschaft

  
23 Februar 2018

Kirche begeht Gebets- und Fastentag für Südsudan und Kongo

"Wir können Frieden organisieren wie andere den Krieg"

Kriege beenden mit Fasten und Gebet? Ja, sagt der Papst, und rief für den 23. Februar einen Gebetstag für Frieden im Südsudan und im Kongo aus. Es brauche Gebet - und mehr, sagen Kirchenvertreter.

 
druckversion

Ein Christ sei ein "Mensch des Friedens", kein "Mensch im Frieden"; deshalb sei es seine Berufung, Frieden zu schaffen. Mit dieser Mahnung des italienischen Priesters und Widerstandskämpfers Primo Mazzolari (1890-1959) erinnert die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" an den von Papst Franziskus ausgerufenen Gebets- und Fastentag an diesem Freitag. Christen und alle Menschen guten Willens sollten für die Opfer der vergessenen Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan beten.

Die Menschen dort liegen Franziskus besonders am Herzen. Doch mangelt es anlässlich des Fasten- und Gebetstages unter Kirchenvertretern in Rom auch nicht an Verweisen auf Syrien, wo in den vergangenen Tagen erneut Hunderte Menschen getötet wurden. Andere lenken den Blick nach Florida, wo 17 Schüler bei einer Schießerei starben. "Frieden muss täglich geschaffen werden, von einzelnen wie von der Politik", so der Tenor.

Gutmenschentum als "missbrauchter Begriff"

In ihrem Leitartikel greift die Vatikanzeitung ein verbreitetes Klischee auf, mit dem christliche und andere Friedenskämpfer oft bedacht werden: Gutmenschentum. Ein "missbrauchter Begriff", "zum Synonym geworden für ängstlich-törichte Verräter".

Das Gegenteil sei der Fall, so der "Osservatore": Wer an einer Welt des Friedens baue, sei "ein Held unserer Tage. Denn für den Frieden zu kämpfen, kann bedeuten, sein Leben zu geben". Als ein Beispiel nennt die Zeitung den von den Nazis hingerichteten Priester Max Josef Metzger (1887-1944). Der habe vor seinem Tod aus dem Gefängnis an den Papst geschrieben: "Wir können den Frieden organisieren, so wie die anderen den Krieg."

Die Römische Gemeinschaft Sant'Egidio, vielerorts als Vermittler tätig, will des Leids in den Konfliktgebieten bei einem Abendgebet in Santa Maria in Trastevere gedenken und um Frieden beten. Ebenso in allen Städten und Ländern, in denen die Gemeinschaft wirkt. Ihr Friedenseinsatz - wie der vieler anderer - ist praktisch. Naivität wird man ihren Gebeten nicht vorwerfen können.

Kampf um Rohstoffe

In der Demokratischen Republik Kongo bekriegen sich nicht nur im Osten diverse Milizen im Kampf um Rohstoffe. Präsident Joseph Kabila (46), der das Amt 2001 von seinem ermordeten Vater Laurent erbte, klammert sich an die Macht. Seine reguläre Amtszeit endete 2016; eine dritte Kandidatur wäre verfassungswidrig.

Mehrfach wurden die Wahlen verschoben. Ein von der katholischen Kirche vermittelter Kompromiss für einen friedlichen Übergang wird nicht umgesetzt. Bei Demonstrationen, zu denen auch katholische Organisationen aufgerufen hatten, gab es in den vergangenen Wochen Tote und Verletzte.

Hunger und Flucht im Südsudan

Im südsudanesischen Bürgerkrieg sind etwa vier Millionen Menschen auf der Flucht. Bald werde jeder zweite Südsudanese vom Hunger bedroht sein, sagte ein Sprecher des Malteser-Hilfsdienstes. Ohne Frieden werde sich die Situation weiter verschlimmern. Vor inzwischen fünf Jahren ging der Machtkonflikt zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligem Vize, Riek Machar, in einen offenen Konflikt über.

Ganze Landstriche sind verwüstet, schätzungsweise 19.000 Kindersoldaten gibt es. Hoffnungen richten sich derzeit auf Friedensverhandlungen in Addis Abeba.

Papstvorschlag fand Zustimmung 

"Wunder können immmer geschehen, allerdings braucht man dazu den konkreten Willen, die Lage zu lösen", sagte der Comboni-Missionar Francesco Chemello im Interview mit Vatican News am Mittwoch. Er war elf Jahre im Sudan tätig. Man müsse darauf setzen, dass sich dem, der mit Glauben und Vertrauen voranschreite, ein Weg öffne, und Gott die Herzen der Menschen dem Frieden.

In seinem Aufruf zu dem Gebetstag hatte Papst Franziskus Anfang Februar auch Mitglieder anderer Religionen eingeladen, sich der Gebets- und Fastenaktion "in ihrer Meinung nach angemessener Weise" anzuschließen. Daraufhin hatten etwa mehrere leitende Bischöfe der anglikanischen Weltgemeinschaft den Vorschlag aufgegriffen. Vor allem Kirchenführer aus Afrika schlossen sich dem Aufruf des Papstes an. Dieser hatte zugleich betont, jenseits des Gebets sei weiteres Handeln gefordert: "Jeder von uns kann konkret 'Nein' zu Gewalt sagen."


 LESEN SIE AUCH
• NACHRICHTEN
31 Januar 2018
MÜNCHEN, DEUTSCHLAND

Sant’Egidio gedenkt Prof. Joachim Gnilka, der im 90. Lebensjahr verstorben ist

IT | DE
30 Januar 2018
BANGUI, ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK

Chantal, Elodie und andere – Geschichten von Kindern und anderen, die im DREAM-Programm der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui behandelt werden

IT | ES | DE | FR | CA | NL
28 Januar 2018
MÜNCHEN, DEUTSCHLAND

Das beste Gericht ist die Freundschaft: das bietet Sant’Egidio vielen Freunden an in den Peripherien von München

IT | DE
25 Januar 2018
ROM, ITALIEN

Der Präsident der Zentralafrikanischen Republik Touadera in Sant’Egidio: Der Friedensprozess wird fortgesetzt, eine neue Phase der Entwaffnung beginnt

IT | ES | DE | FR | PT | CA | ID
15 Januar 2018

Frieden schaffen - die Diplomatie von Sant'Egidio' ist im Buchhandel - auf Italienisch und bald auch auf Deutsch

IT | ES | DE | PT
9 Januar 2018
BANGUI, ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK

Humanitäre Hilfe und Fortsetzung der Entwaffnung

IT | ES | DE | FR | PT | CA | NL
all news
• RELEASE
26 Februar 2018
Roma sette

Congo e Sud Sudan, Gnavi: «La liberazione ha il nome di Gesù»

22 Februar 2018
Famiglia Cristiana

La preghiera sia un urlo contro le guerre

21 Februar 2018
Vatican Insider

Sant’Egidio si unisce alla Giornata di digiuno per Congo e Sud Sudan indetta dal Papa

21 Februar 2018
SIR

Giornata preghiera e digiuno: Comunità di Sant’Egidio, adesione all’invito del Papa. Veglia nella basilica di Santa Maria in Trastevere a Roma e in molte città italiane

7 Februar 2018
Vaticannews

“Fare pace”: la diplomazia della speranza cristiana di Sant’Egidio

alle pressemitteilungen
• DOKUMENTE

''Entente de Sant'Egidio'': Political Agreement for Peace in the Central African Republic

Libya: The humanitarian agreement for the region of Fezzan, signed at Sant'Egidio on June 16th 2016 (Arabic text)

Nuclear Disarmament Symposium on the 70 th anniversary of the atomic bomb. Hiroshima, August 6 2015

alle dokumente